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III. Dr. Erich
Buchholz, der Zionist
(1893-1932)
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Der von Neumann erwählte Mitverantwortlicher und späterer
Nachfolger war Dr. Erich Buchholz, der Zionist. Schon
damals, in den 20er Jahren lehrte er seine Kinder Hebräisch und Arabisch
und veröffentlichte seine zionsliebenden und wirtschaftlich praktischen
Artikel für Israel (damals Palästina). Buchholz war gleichzeitig ein
tiefblickender Philosoph und genialer Wirtschafter, seine zentrale Parole
für die Holsatia Werke war Ausfuhr; er entwickelte Handels-Beziehungen und
Export nach Ägypten, nach Palästina und dem weiten Orient.
Seine sehnsüchtige Zionsliebe verbunden mit sprachlicher
Schönheit kam auch in seinen Psalmen-Übersetzungen zum poetischen Ausdruck:
„...Erlähmt mir je die Erinnerung an dich, Jerusalem
Gelähmt sei meine
Rechte.
Am Gaumen klebe mir die Zunge, so ich je
Dein
Bild vergesse, so Jerusalem
Mir nicht den Sinn erhöht zum letzten Glück!“
(gemäß Psalm 137,
4-6)
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Dr. Erich Buchholz (1931/32)
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Erich Buchholz war kriegsverletzt; schwermütigen Herzens
lastete auf ihm die Verantwortung für die Holsatia-Werke in der
fortschreitenden Wirtschaftkrise und der ansteigenden antisemitischen
Atmosphäre. Besorgt um seine Familie, drängte er auf ihre Einwanderung nach
Israel. So wurden seine Frau und seine drei Kinder damals gerettet, nachdem
ihn sein übereilter Tod von seinen Leiden erlöste.
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Seine Frau Edith verstarb
frühzeitig und auch die drei Kinder:
der Sohn, Max-Moses (später
Universitäts-Professor Budmor für Musikologie in New Jersey),
wie auch die Töchter, Ruth,
die Historikerin,
und Alisa, die treue
Behüterin der vielseitigen schriftlichen Nachlässe ihres Vaters,
alle drei
folgten ihr allzu früh.
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In Rabbi
Carlebachs Eulogie rief er Erich Buchholz, dem brillanten Ökonomiker, dem
tiefdenkenden Philosophen und dem mitleidenden Menschen, Goethes Worte zu:
„Sei gefühllos!
Ein leichbewegtes Herz
Ist ein elend Gut
Auf der wankenden Erde!“
Und mit
folgenden weiteren Worten beschrieb und betrauerte ihn Rabbi Joseph
Carlebach:.
„Erich
Buchholz war ein genialer Mensch von größter Tiefe und Weite des geistigen
Könnens, ein Forscher und Grübler, an dessen Ohr die Stimmen von jenseits
der Sterne klangen, der scharfsichtig alle Verstrickungen und Verwicklungen
des wirtschaftlichen Lebens durchschaute.
Er war
ein Wunderwerk des Charakters und der Begabung...“.
Ja, wer
kennt die Holsatia-Werke heute? Wer erinnert sich an dieses einzigartige
Projekt und könnte uns darüber berichten? Und wer waren die Initiatoren und
was war das besondere an ihnen, an dem Wirken ihres Geistes und dem Werk
ihrer Hände....
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